Knorpelersatz oberes Sprunggelenk

Bei isolierten Knorpelschädigungen gibt es abhängig von der Größe des Defektes verschiedene Möglichkeiten der operativen Knorpelregeneration bzw. des Knorpelersatzes. Der Defekt sollte grundsätzlich eine Größe von 2 x 2 cm nicht überschreiten und muss von intaktem Knorpelgewebe umgeben sein. Bei großflächigen Knorpelabnutzungen wie bei einer Arthrose kommen diese Verfahren nicht in Betracht.
Bei kleinen Knorpeldefekten erfolgt im Rahmen einer Arthroskopie die Anbohrung des am Grunde des Knorpelkraters freiliegenden Knochens. Aus dem Knochen strömt daraufhin Blut in den Krater und füllt diesen aus. Aus den im Blut enthalteten Stammzellen bildet sich dann im Verlaufe mehrerer Wochen ein Ersatzknorpel. Dieses Verfahren wird als Mikrofrakturierung bezeichnet.
Bei größeren Defekten erfolgt zusätzlich zur Anbohrung die Abdeckung des Defektes mit einer Kollagenmembran. Dieses Verfahren kann nicht mehr vollständig arthroskopisch durchgeführt werden und wird als AMIC (autologe matrixinduzierte Chondrogenese) bezeichnet. Bei großen Defekten kann eine Knochen-Knorpel-Zylinder Transplanation, auch als Mosaikplastik oder OATS (osteochondrales autologes Transplantationssystem) bezeichnet, durchgeführt werden. Da das Sprunggelenk sehr klein ist, kann hier kein Knorpel gewonnen werden. Man bedient sich daher des Kniegelenkes. Es werden mit einer Hohlfräse aus einer unbelasteten Stelle des Kniegelenkes mehrere Knorpel-Knochen-Zylinder entnommen und dann in den Defekt eingesetzt.

Postoperativ sind in jedem Falle eine Ruhigstellung im Gips und eine Entlastung an Unterarmgehstützen für 2 Wochen notwendig. Daran schließt sich eine Phase der Teilbelastung über weitere 6 Wochen an, so dass frühestens nach 8 Wochen auf die Gehstützen verzichtet werden kann. Die Wiederaufnahme von sportlichen Aktivitäten, die eine axiale Stoßbelastung beinhalten, sollte für 8 Monate unterbleiben.