Anatomie

Die Begriffe Hammerzehe und Krallenzehe sind in der Medizin nicht eindeutig belegt und werden häufig äquivalent gebraucht. Gemeint ist eine Fehlstellung der Kleinzehen (Zehen 2-5), bei der es zu einer Überstreckung im Zehengrundgelenk kommt. Das Mittelgelenk ist gebeugt, während das Endglied in Mittelstellung oder leicht überstreckt steht.

Krankheitsentstehung

Neben dem Tragen zu engen Schuhwerks bzw. Tragen hoher Absätze kann auch eine genetische Disposition oder eine neurologische Erkrankung ursächlich sein. Oft sind Krallen- oder Hammerzehen zusammen mit einer Hallux valgus Deformität vergesellschaftet.

Symptome

Durch die Fehlstellung kommt es im Verlaufe zur Ausbildung von schmerzhaften Druckstellen (Clavus) über den streckseitigen Gelenken, die im Volksmund sogenannten „Hühneraugen“.

Diagnostik

Die Zehenfehlstellung an sich ist eine Blickdiagnose. Die körperliche Untersuchung gibt Auskunft über das Ausmaß und die Steifigkeit der Fehlstellung. Ergänzend erfolgt eine Röntgenuntersuchung. Insbesondere vor operativen Eingriffen empfiehlt sich zudem eine Fußdruckmessung.

Therapie

Prinzipiell ist eine ursächliche Therapie der Hammerzehe nur operativ möglich. Bei leichteren Ausprägungen oder Kontraindikationen zu einer Operation können Schuhzurichtungen mit einer Erweiterung der Zehenkappe oder Einlagen hilfreich sein. Die operative Therapie der Hammer- oder Krallenzehe erfolgt angepasst an den Schweregrad der Deformität. Hierbei kommen verschiedene Verfahren vom reinen Sehneneingriff bis hin zur Gelenkkorrektur zur Anwendung.
Wichtig ist hierbei die Ursache der Deformität zu beachten und zu beheben. So sollte z.B. ein begelitender Hallux valgus ebenfalls korrigiert werden.