Sehr häufig werden Kinder aller Altersstufen von ihren Eltern in der Fußsprechstunde vorgestellt. Es besteht oft eine große Unsicherheit, auch von den vorbehandelnden Kinderärzten, ob bei einem Kind eine behandlungsbedürftige Fehlstellung vorliegt.

An den Füßen gibt es vielfältige Fehlstellungen und Formvarianten in unterschiedlichen Ausprägungsgraden. Der kindliche Fuß macht während seiner Entwicklung verschiedene

Phasen durch. Was zu einem Zeitpunkt oder im Erwachsenenalter als auffällig betrachtet wird, kann in gewissen Entwicklungsstufen sogar normal sein. Der kindliche Fuß muss daher immer vor dem Hintergrund der Entwicklungsstufe betrachtet werden.
Nicht jede Gangauffälligkeit, nicht jede leichte Formabweichung ohne Beschwerden bedarf unbedingt einer Therapie! Die allermeisten Varianten wachsen sich im Laufe der Entwicklung aus.

Es gilt vor allem aber die Fehlstellungen herauszufiltern, die rechtzeitig erkannt und adäquat therapiert werden sollten, damit es im Verlauf nicht zu zunehmenden Beschwerden oder Komplikationen kommt.

Neben der Untersuchung von Fuß und Gangbild kann ggf. eine Röntgenaufnahme, eine Fußdruckmessung oder Ganganalyse durchgeführt werden. Außerdem erfolgt bei auffälligen Befunden regelhaft eine Fotodokumentation, um die Entwicklung besser verfolgen zu können.

An Therapieoptionen stehen die Versorgung mit Einlagen, spezielle Fußgymnastikübungen, Physiotherapie und in seltenen Fällen auch eine operative Intervention zur Verfügung.

Deswegen gehört die Beurteilung von Fußfehlstellungen bei Kindern in die Hand eines in diesem Bereich erfahrenen Arztes! Nur er (oder sie) kann den Patienten kompetent und umfassend beraten und behandeln.