Anatomie

Für die Beugung eines jeden Fingers sorgen zwei sogenannte Beugesehnen. Diese laufen vom Unterarm durch die Handfläche und schließlich in die Finger. Im Bereich der Fingergrundgelenke werden die Beugesehnen vom Ringband überspannt. Dieses bildet eine Art Tunnel, durch den die Sehnen gleiten und der der Sehnenführung dient.

Krankheitsentstehung

Im Laufe des Lebens kann es zu einer Verdickung des Ringbandes bzw. der Sehnen kommen. Es entsteht ein Missverhältnis, in dem die zu dicke Sehne durch den zu engen Tunnel gleiten muss. Es kommt zu einer Entzündung der beteiligten Strukturen, die eine weitere Anschwellung und damit weitere Einschränkung des Gleitverhaltens zur Folge hat.

Symptome

Das Beugen und erneute Strecken des betroffenen Fingers ist häufig schmerzhaft und von einem Schnappphänomen begleitet. Dabei blockiert der Finger zunächst und löst sich dann plötzlich unter Schmerzen. Manchmal kann der Finger nur unter zu Hilfenahme der anderen Finger wieder gestreckt werden. Die Erkrankung wird auch als Schnappfinger oder Springfinger bezeichnet.

Diagnostik

Die Diagnose kann sicher anhand des eindrücklichen Untersuchungsbefundes gestellt werden. Im Ultraschall gelingt zudem die Darstellung des verdickten Ringbandes.

Therapie

Im Anfangsstadium können eine Fingergymnastik mit einem Softball oder die Anwendung von nichtsteroidalen Rheumatika helfen (Ibuprofen, Diclofenac). Mit Hilfe der Lasertherapie oder lokalen Infiltrationen kann eine vorübergehende Linderung erreicht werden. Die eigentliche Ursache des verengten Sehnentunnels kann jedoch mit der konservativen Therapie nicht behoben werden. Das gelingt nur mit Hilfe eines kleinen operativen Eingriffes, in dem das verengte Ringband gespalten wird.