Anatomie

Die Beinachse ist in der Ansicht von vorne im Regelfall gerade bzw. hat eine minimale X-Bein Stellung von wenigen Grad.

Krankheitsentstehung

Während des Wachstums durchläuft die Beinachse verschiedene Phasen. Während der Säugling im Regelfall O-Beine hat, entwickelt das Kleinkind eher X-Beine. Mit Eintritt in das Schulalter hat sich die Beinachse dann in der Regel begradigt, wobei es insbesondere bedingt durch die genetische Disposition auch persistierende Achsabweichungen geben kann. Außerdem können Unfälle oder Arthrose zur Entwicklung einer Beinachsenabweichung führen. Eine Achsabweichung per se ist dabei zunächst nicht krankhaft, kann aber bei sehr großer Ausprägung zu einer unnatürlichen Belastung der Gelenke, insbesondere des Kniegelenkes, führen und so die Entstehung einer Kniegelenksarthrose begünstigen. Menschen mit einem X- Bein haben ein 3fach erhöhtes, Menschen mit einem O-Bein sogar ein 5fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Kniegelenksarthrose.

Symptome

Eine Beinachsenabweichung an sich verursacht keine Beschwerden. Erst auftretende Fehlbelastungen oder sich entwickelnde Verschleißerscheinungen verursachen dann Schmerzen.

Diagnostik

Neben der körperlichen Untersuchung können die genauen Winkelgrade mit Hilfe einer Beinachsenvermessung und einer Röntgen-Ganzbeinaufnahme ermittelt werden.

Therapie

Bei sehr ausgeprägter Beinachsenfehlstellung kann im Kindesalter wachstumslenkend eingegriffen werden, um späteren Problemen vorzubeugen. Dazu werden zu Beginn des pubertären Wachstumsschubes die kniegelenksnahen Wachstumsfugen einseitig verklammert. Im Erwachsenenalter wird insbesondere bei sich entwickelnden einseitigen Kniegelenksarthrosen eingegriffen. Je nach Ausprägungsgrad kommen Einlagen oder Schuhzurichtungen mit einseitiger Fußranderhöhung oder eine spezielle Bandagenversorgung in Frage. Eine Beinachsenkorrektur ist jedoch nur mittels Operation möglich.