Anatomie

Damit sich die Knochen im Bereich der Gelenke gut gegeneinander bewegen können, sind sie mit Knorpel, genauer gesagt mit hyalinem Gelenkknorpel, überzogen. Der Gelenkknorpel hat eine spiegelglatte Oberfläche und besteht überwiegend aus Kollagenfasern, die viel Wasser binden können. Dadurch ist er zudem sehr elastisch und kann Stoßbelastungen gut abfangen. Der Knorpel hat keine Blutgefäßversorgung und bezieht seine Nährstoffe ausschließlich aus der Gelenkflüssigkeit. Das ist der Grund, weshalb er sich nur sehr schlecht regenerieren kann.

Krankheitsentstehung

Eine gewisse Abnutzung des Knorpels über die Lebenszeit ist normal. Durch Unfälle, Fehlbelastungen, Gelenkentzündungen, Stoffwechselerkrankungen oder genetische Ursachen kann es zu einer frühzeitigen Schädigung des Gelenkknorpels kommen. Dabei unterscheidet man 4 Grade der Knorpelschädigung angefangen vom Grad 1, einer Knorpelerweichung, bis hin zum Grad 4, bei dem der Knochen unter dem Knorpel frei liegt. Eine großflächige Knorpelschädigung wird als Arthrose bezeichnet. Informationen zu isolierten Knorpelschädigungen finden Sie hier.

Symptome

Zunächst treten Schmerzen des betroffenen Gelenkes belastungsabhängig oder als Anlaufschmerz auf. In fortgeschrittenen Stadien besteht auch Ruheschmerz. Zudem kommt es zu Schwellungszuständen und einer langsamen Reduktion des Bewegungsumfanges. Die Schmerzen bei der Arthrose entstehen vor allem durch die Entzündung der Gelenkinnenhaut, die sich in Folge des Knorpelverschleißes einstellen kann.

Diagnostik

Neben der körperlichen Untersuchung kann eine Arthrose vor allem in der Röntgenuntersuchung dargestellt werden. Ergänzend kann eine Ultraschall– oder MRT Untersuchung durchgeführt werden. Bei der Frage nach Fehlbelastungen z.B. durch eine Beinachsenabweichung kann eine Beinachsenvermessung Antworten geben..

Therapie

Die konservative Therapie zielt vor allem auf die Reduktion der Entzündung und die Vorbeugung eines Fortschreitens des Verschleißes ab. Dazu kommen eine Anpassung der sportlichen und alltäglichen Belastung, Verordnung von Einlagen und Bandagen oder die Einnahme von Medikamenten wie nichtsteroidale Antirheumatika (Diclofenac, Ibuprofen) in Frage. Zudem kann je nach Arthrosestadium das Einspritzen von Hyaluronsäure helfen. Bei einer einseitigen Kniegelenksarthrose in Folge einer Beinachsenfehlstellung kann eine Beinachsenkorrektur den weiteren Verschleiß verhindern. Bei ausgeprägten und therapieresistenten Beschwerden und Einschränkung der Lebensqualität besteht die Möglichkeit der Versorgung mittels Knie-Endoprothese.