Anatomie

Im Kniegelenk bewegen sich drei Knochen gegeneinander. Neben dem Hauptgelenk zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein gleitet auch noch die Kniescheibe bei Beuge- und Streckbewegungen auf dem Oberschenkelknochen hin und her. Sie ist in den Streckapparat des Kniegelenkes eingelassen und dient als Umlenkrolle der Kraft vom Oberschenkelstreckmuskel auf das Schienbein. Bei zunehmender Beugung des Kniegelenkes entsteht ein Druck zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen. Außerdem üben die an der Kniescheibe ansetzenden Sehnen eine Zugkraft aus.

Krankheitsentstehung

Durch zu starke Beanspruchung des Streckapparates insbesondere durch Laufsport kann es zu Reizungen der an der Kniescheibe ansetzenden Sehnen kommen. Außerdem kann es durch zu starken Druck hinter der Kniescheibe zu Knorpelerweichungen in diesem Bereich kommen. Neben der Intensität der sportlichen Belastung beeinflusst auch die Muskeldehnung, die Form und Position der Kniescheibe, aber auch die Beinachse und –rotation die Belastung des Streckapparates. Insgesamt handelt es sich hierbei weniger um eine strukturelle Schädigung als vielmehr eine Störung des Bewegungsablaufes bzw. eine Überlastung.

Symptome

Insbesondere Laufsportler beklagen einen belastungsabhängigen Schmerz um die Kniescheibe herum, der sich unter Schonung rasch wieder bessert. Auch beim Treppelaufen oder Fahrradfahren kann der Schmerz auftreten.

Diagnostik

Die körperliche Untersuchung dient dazu, strukturelle Schädigungen auszuschließen. Außerdem ergeben sich hierbei meist bereits Hinweise auf mögliche Ursachen wie Beinachsen- oder Fußfehlstellungen, Muskelverkürzungen oder Störungen des Kniescheibengleitweges. Sehnenreizungen können im Ultraschall sicher dargestellt werden. Andere apparative Untersuchungen wie MRT oder Röntgen liefern meistens keine Erkenntnisse. Stattdessen kann vor allem mit Hilfe einer Bewegungsanalyse eine Störung des Bewegungsablaufes detektiert werden.

Therapie

Das A und O ist eine temporären Reduktion bzw. Anpassung der sportlichen Belastung. Dazu kann mit Hilfe von Übungen, Bandagen, Tapings, oder Einlagen der Gleitweg der Kniescheibe optimiert werden. Die Einspritzung von Hyaluronsäure verbessert die Gleiteigenschaften des Knorpels. Bei hartnäckigen Reizungen der Sehnenansätze hilft die Stoßwellentherapie.