Anatomie

Muskulatur besteht aus Zellen, die in Zugrichtung des Muskels ausgerichtet sind. Mehrere Muskelzellen sind durch Bindegewebshüllen (Faszien) zu Gruppen zusammengefasst. Mehrere dieser Gruppen bilden eine Muskelfaser, mehrere Fasern ein Bündel.

Krankheitsentstehung

Bei einer Muskelzerrung kommt es infolge nicht ausreichend erwärmter Muskulatur oder übermäßig belasteter Muskulatur zu einer Überdehnung der Muskelfasern. Im Gegensatz zum Muskelfaserriss bleibt aber eine substanzielle Zerstörung der Muskulatur aus.

Symptome

Als typisches Symptom findet sich der örtliche, teils ausstrahlende Schmerz und gegebenenfalls auch eine tastbare Verhärtung der betroffenen Muskulatur. Die für den Muskelfaser- oder Bündelriss typische Einblutung in den Muskel fehlt dagegen.

Diagnostik

Neben der körperlichen Untersuchung erfolgt der Ausschluss einer Einblutung und Substanzverletzung mit Hilfe des Ultraschalls.

Therapie

Unmittelbar nach dem Trauma sollte die sogenannte PECH-Regel zur Anwendung kommen: Pause, Eis, Compression und Hochlagerung sind in der Erstbehandlung sinnvoll. Auch die Einnahme nichtsteroidale Antirheumatika (Diclofenac, Ibuprofen) kommt in Frage.
Im weiteren Verlaufe der Behandlung steht die Entspannung der verletzten Muskulatur und die Ausheilung im Vordergrund. Hier kommen Maßnahmen wie die Lasertherapie, ACP oder Kinesio-Taping zum Einsatz. Leichtes Dehnen ist ebenso sinnvoll. Große sportliche Belastung sollte schmerzadaptiert für ca. 2 bis 4 Wochen unterbleiben, leichte sportliche Betätigung kann aber die Ausheilung sogar günstig beeinflussen.