Anatomie

Das Schultergelenk wird gebildet aus dem Oberarmkopf und der Schulterpfanne, einem Teil des Schulterblattes. Das Schultergelenk hat kaum knöcherne Führung, anders als zum Beispiel das Hüftgelenk. Der Oberarmkopf wird von der Gelenkkapsel, einer Art Bindegewebshülle, und der Rotatorenmanschette, einer Sehnenplatte, in der Pfanne gehalten und geführt. Die Rotatorenmanschette besteht aus insgesamt vier Muskeln. Oberhalb der Sehnenplatte befindet sich das Schulterdach (Acromion), das mit dem Schlüsselbein das Schultereckgelenk bildet. Durch den Subacromialraum, den Raum zwischen dem Schulterdach und dem Oberarmkopf, laufen die Sehnen der Rotatorenmanschette.

rotatorenmanschettenlaesion

Krankheitsentstehung

Neben unfallbedingten Verletzungen der Rotatorenmanschette spielen insbesondere degenerative Veränderungen eine Rolle. Die Sehnen der Rotatorenmanschette, und hier vor allem die Sehne des Musculus supraspinatus, dünnen sich mit der Zeit aus. Neben der Beanspruchung der Sehnen spielt dabei die eingeschränkte Regenerationsfähigkeit der Sehnen aufgrund des reduzierten Stoffwechsels eine Rolle. Etwa die Hälfte aller 50jährigen haben so Defekte im Bereich der Rotatorenmanschette entwickelt.

Außerdem können sich insbesondere bei Kraft- und Überkopfsportlern die Sehnenansätze am Oberarmkopf überreizen, ohne dass eine Verletzung vor liegt.

Symptome

Nicht jede Veränderung an der Rotatorenmanschette führt zwingend zu Beschwerden. Bei einfachen Reizungen beklagen die Patienten zunächst einen belastungsabhängigen Schmerz in der Schulter, später auch Ruheschmerzen. Bei substanziellen Defekten kann es zudem auch zu Abschwächungen der Kraftentwicklung bis hin zu vollständigen Bewegungseinschränkungen kommen.

Diagnostik

Ergibt sich im Rahmen der körperlichen Untersuchung ein Verdacht auf eine Rotatorenmanschettenveränderung, so kann diese durch eine Ultraschall– oder MRT-Diagnostik sichtbar gemacht werden.

Therapie

Eine einfache Reizung heilt in der Regel unter Belastungsreduktion ggf. ergänzt um schmerz- und entzündungshemmende Medikamente ab. Hier kommen vorwiegend nichtsteroidale Antirheumatika (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) zum Einsatz. Ergänzend kann zur Verbesserung der Stoffwechselsituation der Sehne die Anwendung von Stoßwellen in Betracht gezogen werden. Sehnendefekte heilen unter konservativen Maßnahmen nicht. Hier zielt die Behandlung auf die Entzündung und die Schmerzreduktion ab. Neben den oben genannten Maßnahmen können zusätzlich Kräftigungsübungen der Rotatorenmanschette durchgeführt werden.

Wenn die konservative Therapie nicht zum Ziel führt und insbesondere bei traumatischen Verletzungen der Rotatorenmanschette oder Funktionseinschränkungen kommt die operative Rekonstruktion der Rotatorenmanschette in Frage.