Anatomie

Wie jedes Gelenk wird auch das Schultergelenk von einer Gelenkkapsel, einer Art Bindegewebshülle, umgeben. Die Schulter ist das Gelenk im menschlichen Körper mit dem größten Bewegungsspielraum. Entsprechend großvolumig ist die Kapsel, die uns diesen Bewegungsspielraum ermöglicht.

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Krankheitsentstehung

Aus verschiedensten Gründen kann es zu einer Entzündung der Schultergelenkskapsel kommen. In Folge der Kapselentzündnung kommt es zu einer Schrumpfung des Kapselvolumens und damit zu einer Einengung des Bewegungsspielraumes bis hin zur fast vollständigen Bewegungsunfähigkeit. In Anlehnung an den englischen Begriff der „Frozen shoulder“ unterscheidet man drei Krankheitsphasen: „einfrieren“, „gefroren sein“ und „wieder auftauen“. Die Dauer der einzelnen Phasen ist dabei sehr variabel und reicht von wenigen Wochen bis hin zu mehreren Jahren. In der Regel heilt die Erkrankungen am Ende fast vollständig aus. Eine Schultersteife kann in Folge eines Traumas, einer Operation, im Rahmen von Nebenerkrankungen (Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes) oder ohne erkennbaren Grund auftreten.

Symptome

Die Patienten beklagen häufig zunächst nur einen diffusen Schmerz der Schulter, die Bewegungseinschränkung entwickelt sich meist langsam und tritt oftmals erst zeitversetzt auf. Sie betrifft vor allem die Rotationsbewegungen und fällt daher im Alltag zunächst häufig gar nicht auf.

Diagnostik

Eine Schultersteife ist in erster Linie eine klinische Diagnose, das heißt sie wird anhand der körperlichen Untersuchung gestellt. Die bildgebenden Verfahren treten hier in den Hintergrund.

Therapie

Die wichtigsten Therapieprinzipien sind Geduld und Vorsicht. Mit Hilfe einer Cortison-Therapie kann die Schultergelenkskapsel wieder erweicht und gleichzeitig durch vorsichtige Bewegungsübungen die Beweglichkeit der Schulter langsam wieder verbessert werden. Eine zu intensive Beübung kann dagegen die Entzündung weiter anheizen.

Wenn die konservative Therapie nicht zum Ziel führt, kommt die Lösung der Schultergelenkskapsel durch eine Schulterarthroskopie kombiniert mit einer Mobilisation des Gelenkes in Narkose in Frage.