Anatomie

Die Wirbelsäule ist ein sehr komplexes Gebilde aus 29 Wirbelkörpern samt Bandscheiben und Wirbelgelenken. Über das Kreuzbein und die Kreuz-Darmbein-Gelenke ist sie mit dem Becken verbunden. Die Wirbelsäule ist sehr beweglich und wird überwiegend durch Muskeln stabilisiert.

Krankheitsentstehung

Bei einem Hexenschuss kommt es zu einer Verkrampfung der Rückenmuskulatur, zum Beispiel in Folge einer Verrenkung der Wirbelgelenke. Ein Hexenschuss wird oftmals durch ganz alltägliche, meist ruckartige Bewegungen wie z.B. das morgendliche Aufstehen aus dem Bett ausgelöst. Ein Grund für gehäuftes Auftreten können vorbestehende Rückenprobleme wie z.B. starke Verspannungen sein.

Symptome

Ein Hexenschuss äußert sich in den meisten Fällen durch starke, stechende Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. In manchen Fällen können die Schmerzen auch in den Oberkörper und/oder in den Leistenbereich ausstrahlen. Typisch für einen Hexenschuss ist die Bewegungslähmung des Betroffenen. Bei jeder noch so kleinen Bewegung zieht sich die Rückenmuskulatur krampfhaft zusammen. In den meisten Fällen klingt der Schmerz innerhalb von 48h wieder ab. Im Vergleich zum Bandscheibenvorfall fehlen in der Regel die Schmerzausstrahlung in die Beine oder das Auftreten von motorischen oder sensiblen Störungen.

Diagnostik

Die körperliche Untersuchung reicht zur Diagnostik in der Regel aus. Im Ultraschall und EMG kann die blockierte Muskulatur dargestellt werden. Auch in der dynamischen Wirbelsäulenvermessung zeigen sich regelhaft die Blockaden. Andere bildgebende Verfahren wie z.B. MRT oder Röntgen sind in der Regel nicht notwendig bzw. speziellen Fragestellungen vorbehalten.

Therapie

Ziel ist es, die verkrampfte Muskulatur wieder zu lösen. Hier kommen in erster Linie Medikamente zum Einsatz. Auch eine Wärmebehandlung (z.B. Heizkissen oder warmes Bad) kann helfen. Hierdurch lockert sich die Rückenmuskulatur und die Durchblutung wird gefördert. Ergänzend kommt auch eine Behandlung mittels Chirotherapie oder Kinesio- Taping in Frage.