Wenn die Indikation zur Operation stellt wurde, ist es wichtig, diese stadiengerecht der vorliegenden Fehlstellung anzupassen.

Heutzutage kann durch diese stadiengerechte Operationsstrategie ein sowohl kosmetisch wie auch funktionell gutes Ergebnis erreicht werden!

Grundsätzlich erfolgen die Operationen an der Großzehe in Voll- oder Teilnarkose.

Bei leichten bis mäßigen Fehlstellungen ist meistens eine Operation im Bereich des Mittelfußköpfchens in Kombination mit einem Weichteileingriff ausreichend. Dabei wird der 1. Mittelfußknochen unterhalb des Köpfchen durchgesägt, in der Achse korrigiert und anschließend mit einem kleinen Draht wieder fixiert. (OP n. Austin/Chevron, Reverdin- Osteotomie). Der Draht kann nach etwa 6 Monaten wieder entfernt werden. Dieser Eingriff wird häufig mit einer knöchernen Keilentnahme am Grundglied der Großzehe kombiniert (Akin-Osteotomie).
Postoperativ kann unmittelbar in einem Spezialschuh voll belastet werden, eine Entlastung an Gehstützen ist nicht notwendig. Das Tragen des Spezialschuhes ist für etwa 4 Wochen nötig. Die Wiederaufnahme sportlicher Aktivität kann nach 8-10 Wochen erfolgen.

Bei höhergradigen Ausprägungen der Fehlstellung kann eine basisnahe Umstellung des 1. Mittelfußknochens mit Stabilisierung durch eine winkelstabile Titanplatte in Kombination mit einem Weichteileingriff durchgeführt werden. Gegebenenfalls kann dieses Verfahren mit einem Vorgehen (wie oben beschrieben) am Mittelfußköpfchen kombiniert werden.

Bei extremen Fehlstellungen und einer Instabilität des Gelenkes des 1. Mittelfussknochens mit der Fußwurzel kann eine operative Stabilisierung dieses Gelenkes durchgeführt werden (Lapidus-Arthrodese).
Auch dieses Verfahren kann mit anderen Techniken kombiniert werden. Die beiden letztgenannten Verfahren erfordern postoperativ eine Ruhigstellung in einem Gips oder Spezialstiefel mit Entlastung an Unterarmgehstützen für 6 Wochen.