Wenn die Kniescheibe zur Seite ausrenkt, kommt es regelhaft zu einer Zerreißung der innenseitigen Haltebänder. Die Gefahr eines erneuten Ausrenkens ist daher groß und es empfiehlt sich insbesondere bei wiederholten Ausrenkungen eine Rekonstruktion des innenseitigen Haltebandes (mediales patello-femorales Ligament MPFL). Präoperativ werden im MRT einige relevante Winkel bestimmt, da neben einer Zerstörung des Haltebandes auch andere anatomische Besonderheiten ein Ausrenken der Kniescheibe begünstigen können und ggf. gesondert adressiert werden müssen. Zum Ersatz des MPFL wird regelhaft eine kniegelenksnahe Sehne genommen, die vorne-innen am Schienbeinkopf fixiert ist. Über einen kleinen Schnitt wird die Sehne entnommen, dann über einen weiteren Schnitt durch die Kniescheibe geflochten und mit Hilfe einer Schraube seitlich an der inneren Oberschenkelrolle fixiert.

Nach der Operation wird das Kniegelenk in einer speziellen Schiene ruhig gestellt. Eine Entlastung an Unterarmgehstützen ist für etwa 3 Wochen notwendig.

Ein MPFL-Ersatz kann in Voll- oder Teilnarkose durchgeführt werden.