Unter Arthroskopie versteht man eine kameragestütze „Schlüssellochoperation“. Durch einen etwa 1cm langen Schnitt an der Rückseite der Schulter wird eine Kamera in das Gelenk eingeführt. Über zwei an der Kamera angeschlossene Schläuche wird die Schulter während der Operation ständig mit Wasser gespült. Das Auffüllen des Gelenkes mit Wasser vergrößert zum einen den Gelenkraum, zum anderen ermöglicht es das Ausspülen von z.B. abgeschilferten Knorpel- und Knochenfragmenten (freie Gelenkkörper) sowie von entzündlicher Gelenkflüssigkeit.

Zunächst erfolgt ein standardisierter Rundgang durch das Gelenk mit Fotodokumentation der relevanten Knorpel-, Band- und Sehnenstrukturen. Außerdem erfolgt ggf. eine Inspektion des Schleimbeutels unter dem Schulterdach.

Im Gegensatz zu Röntgen- oder MRT-Untersuchungen ermöglicht die Schulterarthroskopie auch eine Untersuchung unter Bewegung des Gelenkes, um dynamische Veränderungen sichtbar zu machen.

Über weitere kleine Schnitte (in der Regel insgesamt 3 bis 5) können dann verschiedene Spezialinstrumente in die Schulter eingebracht werden, um die diagnostizierten Veränderungen zu operieren.

Bei Schleimbeutelentzündungen in Folge eines Schulterengpasssyndromes werden die entzündlichen Anteile des Schleimbeutels entfernt und das knöcherne Schulterdach von unten etwas abgefräst, um den Schulterraum zu erweitern.

Bei einer Schultereckgelenksarthrose wird das verdickte Gelenk abgetragen und der Gelenkspalt mit Hilfe einer Fräse erweitert.

Bei der Kalkschulter kann der Kalk über einen kleinen Schnitt in der Sehne entfernt werden. Außerdem werden mit einer Weichteilfräse entzündliche Sehnenanteile zurückgeschnitten und durch ein Anfrischen der Sehne deren Durchblutung und damit die Ausheilung gefördert.

Bei einer Schultersteife kann durch kontrolliertes Einschneiden der Schulterkapsel und vorsichtiges Durchbewegen unter Narkose die Beweglichkeit der Schulter wieder verbessert werden.

Auch eine Rotatorenmanschettenläsion, eine Bizepssehneninstabilität, eine Labrumläsion oder eine Schulterinstabilität kann arthroskopisch behandelt werden.

Nach einer Schulterarthroskopie ist je nach durchgeführter Maßnahme eine temporäre Ruhigstellung in einer Armschlinge und eine krankengymnastische Übungsbehandlung notwendig.